Tabakabhängigkeit
Der Tabakrauch enthält rund 4800 Substanzen, darunter 90 Stoffe, die krebserzeugend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Zwar ist das Nikotin die Schlüsselsubstanz bei der Ausbildung der Tabakabhängigkeit, seine Wirkung wird jedoch noch gesteigert und verstärkt durch begleitende, teilweise künstlich beigemischte Inhaltsstoffe des Tabaks. Das mit dem Tabak und hier vor allem der Zigarette konsumierte Nikotin hat eine mit anderen Rauschmitteln wie Kokain oder Morphin vergleichbare suchterzeugende Wirkung. Jeder Raucher, der regelmäßig Zigaretten konsumiert, durchläuft eine Toleranzentwicklung. Dabei treten die anfänglichen, eher Widerwillen erzeugenden Effekte in den Hintergrund, während gleichzeitig die körperliche Toleranz die erhöhte Zufuhr von Nikotin ermöglicht. Die meisten Raucher erleben eine Dosissteigerung bis zum Erzielen eines individuellen Optimums. Infolge der Toleranzbildung klingen die als positiv empfundenen Effekte des Rauchens bei starken Rauchern schon innerhalb von 20-30 Minuten wieder ab, so dass erneut der Drang entsteht, eine Zigarette anzuzünden.
Das hohe Suchtpotential der Zigarette erklärt sich vor allem durch die unmittelbar nach der Inhalation einsetzende Wirkung des Nikotins, das in wenigen Sekunden seine positiven psychotropen Effekte entfaltet. Gleichzeitig wird das Rauchverlangen reduziert und die Entzugssymptome vorübergehend gelindert. Viele Raucher entwickeln beim Verzicht auf die Zigarette bereits nach kurzzeitiger Abstinenz körperliche Entzugssymptome: verminderte Frustrationstoleranz, Ärger, Aggressivität, Angst, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Schlafstörungen und Appetitsteigerung.

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